Talkrunde auf dem Neujahrsempfang des Quartiersmanagements Letteplatz
Am Dienstag, den 27. Januar 2026, hatte das Quartiersmanagement Letteplatz zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. Wie immer war die Aula der Reginhard Grundschule bis auf den letzten Platz gefüllt, Projektträger:innen stellten ihre Arbeit vor und es gab einen Rückblick auf die Ereignisse des letzten Jahres – trotzdem war es anders als sonst. Der Abend stand im Zeichen der Zukunft: „Der Lettekiez im Jahr 2030“.

Am 31.12.2027 endet die Arbeit des Quartiersmanagements Letteplatz. 2009 wurde das QM eingerichtet, um zusammen mit den Anwohnenden die Lebensverhältnisse der Menschen im Kiez zu verbessern. Ein wichtiges Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, war die Schaffung von Strukturen, in denen sich ehrenamtliche und professionelle Akteur:innen im Kiez vernetzen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen können. Ein zweiter Aspekt betraf die bauliche Infrastruktur im Kiez. Das QM initiierte und unterstützte unter anderem den Umbau des Letteplatzes und des Familienzentrums Letteallee. Hinzu kamen zahlreiche Nachbarschafts-Projekte wie das „Kunst- und Kulturfestival Salon K“ oder die "Interkulturellen Lesepaten". Zentraler Bestandteil der QM-Arbeit ist die Beteiligung der Anwohnenden und die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Finanziert wurden (und werden) das QM und die Projekte aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“, früher „Soziale Stadt“. Weil die Förderung über das Programm zeitlich befristet ist, läuft die Tätigkeit des Quartiersmanagements Ende 2027 aus.

Für das QM-Team und viele Gäste auf dem Neujahrsempfang kam angesichts des absehbaren Endes ein wenig Wehmut auf. Nicht zuletzt, so Korinna Stephan, Reinickendorfer Stadträtin für Stadtentwicklung, weil sich der Lettekiez in den letzten Jahren zu einem lebendigen Quartier mit vielen engagierten Menschen entwickelt habe. Frau Stephan gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die positiven Entwicklungen auch nach 2027 weitergehen werden. Um dies zu ermöglichen, entsteht in der Pankower Allee ein Nachbarschaftsort, in dem in erster Linie der Stadtteiltreff, die Volkshochschule sowie die Musikschule die geschaffenen Räume nebeneinander bespielen, aber in dem sich auch Vereine und Initiativen aus dem Kiez treffen können.

Nach einem Lied der Klasse 5c, der Begrüßung durch Korinna Stephan und einem Grußwort von Antje Mikolajski, Rektorin der Reginhard-Grundschule, wagte das QM-Team einen Blick in die Glaskugel: Wie sieht der Kiez 2030 aus? Um es kurz zu machen: lebendig. Ein barrierefreier U-Bahnhof, der Franz-Neumann-Platz selbst wird nach der Umgestaltung zu einem grünen Begegnungsort und der Lettekiez lebt von aufgebauten Strukturen, die von engagierten Nachbar:innen weiterhin organisiert werden. Bei der gedanklichen Reise in die Zukunft wird schnell klar: Der Lettekiez ist kein fertiger Ort, sondern ein gemeinsames Projekt. Auch wenn, so Quartiersmanagerin Alicia Reschke, sich manches noch wie eine Utopie anhöre, so ließen sich doch viele Ziele gemeinsam erreichen.

Nach dem Ausblick des QM-Teams fand sich zum Abschluss des ersten Teils eine kleine Talk-Runde auf der Bühne ein. Neben den Quartiersmanagerinnen Alicia Reschke und Irena Georgieva saßen noch Stadträtin Korinna Stephan, der Leiter der Kita Mittelbruchzeile, Cihan Uzundag, sowie Quartiersrätin Alena Lohnert mit in der Runde. Auch hier wurde diskutiert, wie sich der Kiez entwickeln könnte und sollte. Neben dem dringenden Wunsch nach einer funktionierenden Rolltreppe im U-Bahnhof, bezogen sich die meisten Aussagen auf eine lebendige Nachbarschaft und einen aktiven Kiez - mit Angeboten für Kinder und Jugendliche auf dem Letteplatz oder Veranstaltungen wie der Langen Tafel, bei denen man neue Menschen kennenlernen kann.

Nach dem offiziellen Teil gab es auf dem Neujahrsempfang ein leckeres Buffet und Mitmach-Aktionen der Projektträger:innen. So konnten sich die Teilnehmenden zum Beispiel an einem Kiez-Bingo beteiligen oder an verschiedenen Stationen ihre eigenen Visionen und Wünsche für den Lettekiez festhalten. Es bleibt spannend, wo die reale Reise des Kiezes hinführt.

Fotos: Antonia Richter / Text: M. Hühn, Webredaktion QM Letteplatz


2026 Logoleiste AVA Vektor lang